Stress hat viele Gesichter

12.05.2021

Stress hat viele Gesichter - eine gezielte Diagnostik hilft beim Entschlüsseln

Das Wort 'Stress' ist in aller Munde. Zum Teil wird es zurecht angewendet und manchmal ist es einfach ein 'Bonmot' und will andeuten, dass jemand zeitlich ausgelastet ist. Die Symptome, die Stress als solchen diagnostizieren lassen sind vielfältig: Reizbarkeit, Unruhe, vermehrte Krankheitsanfälligkeit, psychosomatische Beschwerden, sozialer Rückzug, usw.


Diese Aufzählung hilft nicht weiter, denn sie lässt keinen Rückschluss auf die Ursachen zu. Stress hat viele Gesichter - kein Fall gleicht dem anderen und somit kann der Umgang mit Stress-Betroffenen auch nicht generalisiert werden.

Stressoren im beruflichen Umfeld konkretisieren


Die Folgen von Stress sind für Unternehmen schwerwiegend, zeigen sie sich doch zuerst einmal in einer eingeschränkten Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Daraufhin folgt eine zunehmende emotionale Erschöpfung, welche unbeachtet in Zynismus und/oder sozialen Rückzug münden kann. Je nachdem sind im weiteren Verlauf Absentismus oder Präsentismus, Resignation und innere Kündigung der Mitarbeitenden die Folge, wenn das Problem nicht innert nützlicher Frist erkannt und gelöst wird.

'Stress' kann überall im Unternehmen entstehen. So können anhand einer Organisations-oder Team-Analyse, nebst den Arbeitsbedingungen, weitere Quellen von Stress beispielhaft identifiziert werden:

  • Führungslosigkeit: steht an oberster Stelle für die Entstehung von Stress
  • Komplizierte, unlogische Organisationsabläufe
  • Unqualifizierte Vorgesetzte
  • Störfaktoren: z.B. 'unpassende Chemie', Machtkämpfe in Teams
  • Fehlende Ziele bzw. mangelnde Kommunikation derselben
  • Verantwortung und Kompetenzen nicht kompatibel
  • Fehlende Passung zwischen beruflicher Tätigkeit und persönlichen Stärken und Fähigkeiten
  • etc.

Stress kann auch aufgrund der globalen wirtschaftlichen Entwicklung entstehen. Die vordergründigen Themen im Arbeitsmarkt sind:

  • Unsicherheit des Arbeitsplatzes
  • Drohende Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland mit dem für Familien verbundenen Aufwand, die erschaffene Lebensumgebung verlassen und neu beginnen zu müssen
  • Ansteigende weltweite Konkurrenz durch die Öffnung von Märkten
  • etc.

Nicht immer ist das Unternehmen schuld

Es wäre sicher falsch, alle globalen politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen als Stressquellen auszublenden. Insbesondere die weltweiten Gefährdungen durch unberechenbare Terroranschläge, die Befürchtungen aufgrund der Durchmischung der Kulturen, der Anpassungsdruck und die damit verbundene Sorge um den Verlust der gewachsenen nationalen Identität, erzeugen unbewusst Stress in den Menschen und minimieren ihr Gefühl von Sicherheit. Kein Wunder, wenn der Pegel von Stressempfinden und die höhere Aggressionsbereitschaft in der Gesellschaft spürbar werden. Hier stehen wichtige sozialpolitische Weichenstellungen noch aus.
Auch das private Umfeld und die Familie sind Stressquellen. Eigentlich wäre es angenehmer, sich das private Umfeld als Ressource zum emotionalen Ausgleich und zum Stressabbau zum Nutzen zu machen und sich in der Familie verstanden und positiv eingebunden fühlen zu können. Dass dies oft nur ein Wunschtraum ist zeigen z.B. die Scheidungsraten und Schulprobleme von Kindern, aber auch die Belastung von Gerichten mit privaten Streitereien. Das bedeutet: Familie, Nachbarn, Lokalpolitik, etc. können genauso zu Stressquellen werden wie das berufliche Umfeld.

Latente psychische Probleme und innere Antreiber als Stressquellen

Die Gesundheitsförderung Schweiz ermittelt seit 2014 den Job-Stress-Index , womit sie die Auswirkungen von arbeitsbedingtem Stress auf Gesundheit und Produktivität von Erwerbstätigen zu beschreiben meint. Danach leidet - gemäss Job-Stress-Index 2016 - jeder vierte Erwerbstätige unter Stress, was für die Autoren heisst, dass er mehr Belastungen als Ressourcen am Arbeitsplatz habe.
Nun greift das eindeutig zu kurz. Denn gemäss den mit dem Zuger Stress- & Persönlichkeits-Profil ZSPP verbundenen Forschungsergebnissen liegen die Stressoren nicht nur in der Aussenwelt - auch im Inneren der Person zeigen sich Stressoren. Denken Sie z.B. an Menschen, die in ihrem Umfeld krampfhaft den Anschein von Lockerheit erwecken möchten. Oder Personen, welche auf jeden Fall und mit hohem Energieaufwand jedwelchen Fehler vermeiden wollen, weil sie die sozialen Folgen fürchten. Oder Menschen, welche extrem hohe Erwartungen an sich selbst stellen, welche in Ihnen ein Gefühl der Überforderung aufkommen lassen.
Wir sprechen in diesen Fällen von 'internalen Stressoren'. Von aussen unsichtbar wirken in diesen Personen Stürme von Gefühlen und Gedanken wie z.B. Frustration, diffuse, undefinierte Ängstlichkeiten, Gefühle des Unvermögens, etc. Auch überhöhte Kontroll- oder Anpassungsbedürfnisse zählen dazu oder die innere Gewissheit, dass man sein Potenzial nicht wirklich lebt. Dieser bunte Mix aus nicht kontrollierbaren Gedanken und Gefühlen stören und beeinflussen den sachlichen der Aktualität verpflichteten Gedankenfluss, die Entscheidungen und das persönliche Verhalten. Internale Stressoren wirken wie eine zweite Stimme, die oft diametral dem gegenüber steht, was eine Person eigentlich denkt und was sie möchte. Dass dies einen 'Reibungsverlust' nach sich zieht, ist begreifbar. Wir sprechen von 'internalem Stress' und dieser interagiert mit dem Umfeld, der Tätigkeit und den Erwartungen. Dieser Reibungsverlust führt ebenfalls zu einer verzögerten und 'verfärbten' Entscheidung in komplexen Situationen, in denen eine präzise Entscheidung und schnelle Handlung gefordert wäre. Wenn man in solchen Fällen von arbeitsinduziertem Stress sprechen will, muss zuerst ausgeschlossen werden, dass keine internalen Stressoren "die Suppe verdicken".

In der Datenbank des ZSPP werden bei 22 von 444 (5%) der Personen, alle mittleren Alters, eine aussergewöhnlich hohe Stresssymptomatik gemessen. 41% dieser Personen weisen eine verminderte Robustheit bzw. emotionale Stabilität auf, 91% eine depressive Tendenz, 50% ein erhöhtes Grundgefühl von Frustration und 91% ein Grundgefühl von Überforderung. Unter Grundgefühl ist ein personimmanentes Gefühl zu verstehen, welches seinen Ursprung in der frühkindlichen mentalen Modellierung hat. Dies nur ein paar Beispiele internaler Stressoren, die nicht arbeitsinduziert sind.

Diagnose internaler Stressoren

Wie sollen nun Personalverantwortliche und Coaches erkennen, um welche Form von Stress es sich bei Betroffenen handelt? Wo sind die Stressoren anzusiedeln? Wie hoch ist ihr Aufwand, latente psychische Störungen, den Ursprung von Stresssymptomen und internale Stressoren diagnostizieren zu können? Jede Person welche im Gespräch dem Coach oder der personalverantwortlichen Person gegenüber sitzt, hat sich schon längst ein eigenes, subjektives Bild zurecht gelegt, woher ihr Stress stammt, ob dies im Geschäft oder im privaten Leben liegt. Mit diesen Erklärungen wird meist aber nur die Verantwortung nach aussen verschoben. Personalverantwortliche und Coaches können sich nicht darauf verlassen, dass die Selbstdiagnose der Betroffenen stimmt. Den Balken im eigenen Auge kann man nicht erkennen und zudem kann das Wissen um die komplexen Zusammenhänge zwischen innen und aussen, zwischen Anforderungen und Selbstwirksamkeit nicht vorausgesetzt werden.

Lassen Sie sich eine kleine Geschichte erzählen: Eine Person war etwa drei Monate nach Stellenantritt einem Burnout nahe. Nun ist diese Person vor Stellenantritt sorgfältig ausgesucht worden - alle Parameter der Passung zwischen Job und Fähigkeiten schienen perfekt. Die Firmenleitung wollte nun wissen, ob die Anstellung eine Fehleinschätzung war. Die Ergebnisse des Zuger Stress- & Persönlichkeits-Profils ZSPP zeigten auf, dass der Stressstatus hoch war, aber alle beruflichen Faktoren im grünen Bereich lagen und ebenfalls keine internalen Stressoren für das Burnout verantwortlich gemacht werden konnten. Ein auffälliger Wert fand sich lediglich im Faktor 'Unabhängigkeit vs. Bindung'. Das bedeutete, die Person war emotional sehr abhängig von einer Bezugsperson, welche ihr Halt und Sicherheit bot. Beim persönlichen Coaching-Gespräch wurden dann die Ehekrise und die Trennung von dieser Bezugsperson offen gelegt. Das heisst, der Grund für das so empfundene Burnout stammte daher, dass die Person insgesamt'den Boden unter den Füssen' verloren hatte und emotional extrem aufgewühlt war. In einem solchen Fall ist krankschreiben verfehlt und kontraproduktiv. Vielmehr sollte schnellstmöglich an der emotionalen Unabhängigkeit und - falls möglich - an der Ehe gearbeitet werden. Aber dies ist nicht Sache des Unternehmens sondern liegt bei sachlicher Betrachtung in der Verantwortung des Betroffenen.

Gezielte Diagnostik verhindert Leerläufe

Im Bereich der Betreuung von stresserkrankten Personen wird oft sehr viel Zeit ungenutzt verschwendet. Die Person ist zwar erschöpft und bedarf der Erholung und Aufladung ihrer 'Batterien´. Dies gelingt jedoch viel besser, wenn man schnell brauchbare Ansatzpunkte zur Bewältigung erhält, anstelle des sich wochenlangen ausgeliefert Fühlens im diffusen Krankheitsbegriff 'Burnout'.
Insofern bietet eine frühzeitige und unabhängige Diagnose der wirklichen Stressoren mittels eines objektiven Instrumentes eine namhafte Entlastung und kann motivieren, die Probleme im Rahmen eines professionellen Coachings konkret anzugehen.
Das Zuger Stress- & Persönlichkeits-Profil ZSPP ist ein solches Diagnose -Tool, welches nach modernen Gesichtspunkten und dem heutigen Bedarf nach Differenzierung zwischen internalen (persönlichkeitsbedingten) und externalen (z.B. vom beruflichen Umfeld stammenden) Stressoren Rechnung trägt. Die zahlreichen bisherigen Auswertungen des ZSPP haben zu vielen positiven Rückmeldungen geführt. Das Instrument liefert ein gutes, zutreffendes Bild der eigenen Persönlichkeit mit dem sich die Probanden identifizieren und das sie somit gut akzeptieren können. Oft löst es bei ihnen auch Erstaunen aus über die Präzision der Persönlichkeitsbeschreibung, was von der hohen Qualität des Instruments zeugt.

Das ZSPP ist in der Praxis entstanden

Die Entstehungsgeschichte des ZSPP ist eher speziell, war es doch nicht explizit das Ziel, ein Instrument zur Einschätzung der psychischen Gesundheit entwickeln. Das ZSPP ist ein Nebenprodukt einer Forschungsarbeit zum Thema 'Stress, Angst und Burnout'. Ausgehend vom Thema 'Verhalten in komplexen Situationen' wurde klar, wie stark Angststörungen bremsend auf die Leistungsfähigkeit einwirken können. Panikattacken (PD) und generalisierte Angststörungen (GAD) zählen genauso wie Stresserkrankungen zu den Ursachen vieler Arbeitsausfälle und verursachen hohe unternehmensbezogene und private Krankheitskosten. Angststörungen sind in der Bevölkerung sehr weit, und in zunehmender Häufigkeit, verbreitet. "Angststörungen zählen aufgrund der hohen Verbreitung und dem häufig damit verbundenen Arbeitsausfall zu den kostenintensiven Erkrankungen" sagt die Gesundheitsberichterstattung des Bundes S98 (Heft 12). Daraus entnimmt man weiter, "dass 14,2% der Befragten im Alter von 18 bis 65 Jahren (das entspricht hochgerechnet 6,91 Millionen der 18- bis 65-jährigen deutschen Wohnbevölkerung) im Zeitraum von einem Jahr unter einer klinisch relevanten Angststörung leiden (...)". Für das Jahr 2013 spricht MORSCHITZKY sogar von einem vergleichbaren Anteil von 15,3 Prozent der 18- bis 79-Jährigen der deutschen Wohnbevölkerung.

Die Relevanz des Themas ist also gegeben. Ziel der Forschungsarbeit zu Stress, Angst und Burnout' war in erster Linie, die Ursachen von plötzlichen Panikattacken aber auch von Burnout zu erkennen,
um sie zielgerichtet und nachhaltig behandeln zu können. Den logischen Prozess, wie es zu einer plötzlichen Panik kommt, in einem systemtheoretischen Modell darzustellen, ist gelungen. Darin werden konstruktivistische Persönlichkeitstheorien, Bindungstheorie, Copingtheorie, Motivationstheorie und Neurowissenschaften eingebunden (Publikation noch ausstehend).

Aus der Behandlung von Betroffenen entstand zudem ein längerer Katalog immer wiederkehrender Aussagen und Haltungen. Diese wurden zu einem Inventar zusammengestellt und mehr als 400 Personen aller Altersgruppen, beruflicher Stellungen und unterschiedlichem Gesundheitszustand vorgelegt. Ein Teil der Probanden waren Personen, welche 'stressresistent' sind und in ihren jeweiligen Berufen gerade in Stresssituationen reibungslos funktionieren müssen. Sie bilden eine Vergleichsgruppe. Die Daten wurden etappenweise in mehrstufigen faktoranalytischen Verfahren aufgearbeitet und die so gewonnenen Faktoren mit den Abschnitten im systemtheoretischen Modell verglichen. Aufgrund der kontinuierlichen weiteren Analyse der Daten und Überprüfungen der Aussagen im Rahmen von vielen Auswertungsgesprächen konnten im Laufe der Zeit immer mehr neue, spezifischere Faktoren mit hoher Aussagekraft gefunden werden. Es ist, als ob man ein Durcheinander mit verschieden farbigen Bändern langsam entflechten und ordnen kann. Die Faktoren werden derzeit der weiteren Validierung und Retests unterzogen. Inhaltlich stimmen sie mit weiteren bekannten wissenschaftlichen Konzepten zusammen. Die Publikation ist in Vorbereitung.

Das ZSPP als Grundlage für gezieltes Coaching und adäquate Personalentwicklung

Das ZSPP ist ein einfach zu absolvierendes Online-Instrument. Die 160 Items widerspiegeln typische Denk- und Verhaltensmuster von Personen mit Stresserkrankungen. Diese werden auf einer Likertskala von 7 Punkten hinsichtlich der persönlichen Stimmigkeit eingeschätzt. Die Bearbeitungszeit dauert etwa zwanzig Minuten. Die meisten Items sind wertneutral hinsichtlich der sozialen Erwünschtheit.
Das ZSPP ermöglicht eine sehr gute aktuelle Diagnose bei Stresserkrankung. Aber ebenso beschreibt es die geistigen, psychischen und sozialen Komponenten der Persönlichkeit im Allgemeinen. In seiner Kompaktheit ist das ZSPP einmalig, denn es vereint Aussagen

a) zur aktuellen Stressbelastung und zur prospektiven Reaktion unter Stress
b) zu Persönlichkeitsmerkmalen, welche im beruflichen Alltag über die Passung zwischen Anforderungen und Persönlichkeit Auskunft geben. Diese Aussagen vermögen der Rekrutierung, der Personalentwicklung und dem Coaching wichtige Anhaltspunkte für deren Funktionserfüllung zu geben.
c) über internale Stressoren, welche unbewusst das Denken und Handeln steuern. Hier sprechen wir auch von affektiven psychischen Störungen, welche von hoher Wichtigkeit sind bei der Beurteilung von beruflicher Eignung und Coachingbedarf.

Die grossen Herausforderungen eines Persönlichkeits-Profils bestehen darin, nicht nur die allgemeinen Charakteristiken bezüglich geistigen, psychischen und sozialen Komponenten zu erfassen, sondern auch die 'Nebengeräusche' identifizieren zu können. Letztere liefern aber auch wichtige Ergänzungen für die Interpretation der Faktoren. Z.B. zeigt ein höheres Kontrollbedürfnis Sorgfalt an und zeichnet den Buchhalter in positiver Weise aus, während es in anderen Funktionen oder bei zu hoher Ausprägung negativ wirken kann. Oder: die höhere Anpassungsbereitschaft ist nicht nur 'klinisch' zu bewerten sondern und steht dafür, dass sich jemand auf hilfsbedürftige Menschen einlassen kann und bereit ist, eigene Bedürfnisse und Wünsche hintenan zu stellen. Aber dies kann wiederum zu viel werden und dann entsteht der typische Stress von Personen in helfenden Berufen. Kurz gesagt: die psychologische Bewertung der Faktorausprägungen im Kontext der Aufgabe ist schlussendlich relevant.

Das ZSPP als Grundlage für die Teamanalyse

Das ZSPP wird auch für die Teamanalyse gewinnbringend eingesetzt, wobei die einzelnen Charaktere und deren Beitrag an das Team analysiert werden. Die Arbeit in manchen Projekt- oder Changeteams könnte viel effizienter sein, wenn keine 'Bremser' und übervorsichtige Personen im Projektteam dabei wären, sondern vorerst nur proaktive und für Veränderungen offene Personen. Die kritischen und für Vorsicht plädierenden Stimmen gehören dann in den weiteren Kreis - das sounding board - welche das Recht, ja den Auftrag, haben zur kritischen Betrachtung der Projektplanung und des Projektverlaufs. So werden Synergien zwischen Persönlichkeiten geschaffen, welche einem Unternehmen dienen statt es ausbremsen. Für solche Analysen ist das ZSPP sehr gut geeignet. Da die Daten je nach Empfänger der Auswertung unterschiedlich dargestellt werden, wird dem Datenschutz Rechnung getragen. Die Vollauswertung mit allen Persönlichkeitsfaktoren samt internalen Stressoren erhält einzig die Testperson selbst. Bei der Eignungsauswertung und den Teamanalysen kommen die internalen Stressoren indirekt zum Ausdruck.

Die Komplexität der Persönlichkeit auffächern statt auf Typen reduzieren

Der Erfolg des ZSPP hängt schliesslich ganz offensichtlich damit zusammen, dass die Vielschichtigkeit der Person betrachtet und geachtet wird. Der Mensch ist zu komplex, um ihn in Form eines Profils oder einer Typologie vereinfachend darstellen zu können. Deshalb werden die Faktorwerte des ZSPP einzeln analysiert und zu leicht nachvollziehbaren Aussagen zur Persönlichkeit synthetisiert. Dies ist eine psychologische und auf das Individuum adaptierte (Hand-)Arbeitsleistung. Davon profitieren die Testpersonen aber auch die HR-Partner, Coaches und Recruiters, weil die Aussagen zur Persönlichkeit aussagekräftig sind und deshalb auch von Nicht-Psychologen sofort verarbeitet werden können.

Die Analyse mit dem ZSPP hilft HR-Professionals, Coaches als auch Recruiters auf professionelle und objektive Weise, eine Person richtig einzuschätzen. Das gibt ergänzende Sicherheit zur eigenen subjektiven Meinung und lässt klare Aussagen hinsichtlich einer notwendigen vertiefenden psychologischen Betreuung zu, was Vertrauen bei den Mitarbeitenden und Kunden schafft.


Autorin:

Dr. phil. Cornelia Nussle
Studium Universität Zürich in Psychologie, Neuropsychologie und Sonderpädagogik

Gründerin und Leiterin psycon gmbh, Psychological Consulting
Dammstrasse 19, 6301 Zug
cornelia.nussle@psycon.ch